AIDAblu Mallorca ==> Gran Canaria November 2025

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AntjeG
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AIDAblu Mallorca ==> Gran Canaria November 2025

Beitrag von AntjeG » 21 Nov 2025, 21:34

Ich mag Transreisen. Dieses Jahr war es eine „von der Sonne in die Sonne“, nämlich von Mallorca nach Gran Canaria mit AIDAblu. Wir kennen die Blu von unserer Adria-Reise im September 2023. Ich hab´s ja nicht so mit den dicken Pötten, die Sphinx-Klasse hat für mich die perfekte Größe.

An- und Abreise haben wir zusammen mit der Kreuzfahrt über AIDA gebucht – bei Deutzi natürlich. Unser Flieger ging schon um 6.40 Uhr in Hamburg los, so dass wir am späten Vormittag in Palma de Mallorca an Bord waren. Es lohnt sich, sich für den SMS Service von AIDA zu registrieren. Wir bekamen noch vor 13 Uhr eine SMS, dass unsere Kabine fertig ist. (Wer sich nicht für den SMS Service anmeldet, kann erst zur offiziellen Freigabe gegen 15-16 Uhr in die Kabine. Natürlich kann man auch Pech haben, dass die Kabine nicht früher fertig ist. Aber wir hatten eben Glück.)
Wir konnten also unser Handgepäck direkt nach dem Mittagessen in unserer Innenkabine im Heck auf Deck 4 abstellen. Ich wohne gerne weit unten. Natürlich hat man im Heck mal Vibrationen und/oder „schiffstypische Geräusche“, aber dafür ist es die preisgünstigste Kabinenkategorie. Für schlechte Fußgänger ist das Heck außerdem gut, weil man es nicht weit zum Fahrstuhl und zu den Restaurants hat. Wir hatten den Premium Tarif gebucht und damit pro Tag 2 Literflaschen Wasser und pro Person für die ganze Reise 250 MB Internet incl., außerdem bekamen wir im Fotoshop die Seekarten-Postkarte kostenfrei. AIDA hat die Tarife ja geändert, ich weiß nicht, ob es für Neubuchungen noch die gleichen Inklusivleistungen gibt.

Wir sind erst um 22 Uhr ausgelaufen. Also haben wir den Nachmittag noch für eine Stadtrundfahrt in Palma genutzt. Die roten HoHo-Busse von City Sightseeing haben direkt am Kreuzfahrtterminal eine Haltestelle (Nr. 14) und fahren ca. alle 25 min. Ein paar Eindrücke:

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Zurück an Bord kümmern wir uns um die einzigen beiden „Pflichtpunkte“, bevor es heißt: „Alles kann, nichts muss.“ Punkt 1: Koffer auspacken und Kabine einrichten. Punkt 2: Rettungsübung. Die ist wie heute üblich „digital“ (über das Bordportal auf dem Handy oder Kabinen-TV) und zum Abschluss soll man sich mit angelegter Rettungsweste an der Musterstation registrieren. Es sind neuerdings aber nicht mehr alle Musterstationen für die Registrierung geöffnet, sondern nur je eine an Back- und Steuerbord. Das war für einige Passagiere ganz schön verwirrend, weil sie nicht zu der ihnen auf Bordkarte/Kabinentür zugewiesenen Musterstation gehen sollten. Ich finde das auch ziemlich blöd. Eigentlich ist doch die Rettungsübung dafür da, dass man den Weg zur Musterstation wenigstens dieses eine Mal wirklich abläuft. Und das fällt jetzt weg, weil man weniger Crew dafür abstellen will.

Wir waren beide schon mehrfach auf KF und haben dadurch schon öfter mal das Auslaufen erlebt. Wir sind von dem langen Tag ziemlich knülle. Müde Frauen über 50 gehen dann ins Bett und nicht zur Auslaufparty…

Unser erster Seetag wird so vergammelt, dass er die Überschrift „Erholung“ wirklich verdient. OK, wir haben ein wenig Sport gemacht und uns auch den Vortrag des Lektors über Gibraltar angehört, aber ansonsten an Deck gesessen, in die Wellen geguckt, gut gegessen… und keine Fotos gemacht.

In Gibraltar gibt es keine großen Reisebusse für die Landausflüge, sondern Kleinbusse. Die einzigen regulären Busse, die da rumfahren, sind die Linienbusse in der Stadt. Aber die können eben nicht auf den Felsen rauffahren, wo die meisten Sehenswürdigkeiten sind. Vorteil: Man hat, ohne das explizit so zu buchen, immer einen Kleingruppenausflug. Für Passagiere ohne Englischkenntnisse ist es hier auch mit AIDA Ausflug schwierig, denn es gibt nicht genug Reiseleiter, die Deutsch können. Im Bus wurde ein Band mit einigen deutschsprachigen Erläuterungen abgespielt, ansonsten war die Reiseleitung auf Englisch. Wir hatten mit unserem Reiseleiter ein wenig Pech (bzw. habe ich schon bessere Reiseleiter erlebt). Wir hatten einen Ausflug zum Europa Point und auf den Affenfelsen gebucht. Wir fuhren zunächst zum Europa Point für einen Fotostopp am Leuchtturm.

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Weiter ging es zu den Belagerungstunneln aus dem 18. Jahrhundert. Leider hatte der Reiseleiter darüber nicht so wirklich viele Infos parat. Wir hatten 45 min Zeit für die Besichtigung. Man kann von dort aus auch gut auf die Stadt runtergucken. Die Tunnel sind mehrere Kilometer lang. Man sollte also nicht auf die Idee kommen, dass man die im Rahmen so eines Ausflugs komplett abläuft.
Weiter zur Seilbahn, um auf den Felsen zu kommen. Die Seilbahn hat nur 2 Kabinen, in die immer exakt der Inhalt eines Kleinbusses passt. An Bord wurde auf mögliche Wartezeiten hingewiesen. Das ist aber ganz gut organisiert. Damit die Gruppen zusammenbleiben, melden die Reiseleiter die Gruppen an der Seilbahn an und können dann mit der Gruppe die wartenden Einzelbesucher überholen. Natürlich kann es trotzdem Wartezeiten geben, wenn viele Gruppen da sind. Wir hatten Glück und nur eine Gruppe vor uns.

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Oben sollten wir dann nicht den Hauptausgang der Seilbahnstation nutzen, sondern wurden durch einen Seitenausgang/Notausgang rausgelassen. Mitten auf eine Baustelle. Der eigentliche Affenfelsen war nur mit einer wilden Kletterei erreichbar. Der Skywalk an der Seilbahnstation befand sich auf der anderen Seite und wäre sicher durch den Hauptausgang erreichbar gewesen. Da kamen wir nun nicht hin, weil der Notausgang hinter uns verschlossen wurde. Diejenigen, die sich die Kletterei zu den Affen angetan haben, mussten auf dem Rückweg rennen, um rechtzeitig am Treffpunkt zu sein. Zu wenig Zeit, zu wenig Infos, falscher Ausgang – das war nicht so toll hier. Da wir nur wenige Affen gesehen haben, hat uns aber immerhin kein solch Vieh beklaut. (Man sollte Handy, Brille etc. vorsorglich festbinden hier oben…)

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Auf dem Rückweg gab es dann noch einen Fotostopp an der Landebahn des Flughafens. Diese ist gleichzeitig die Grenze nach Spanien. Sie wird von einem Fuß-/Radweg gekreuzt, der bei Starts/Landungen gesperrt wird. Wie ein Bahnübergang quasi, aber statt eines Zugs kommt ein Flieger.
Wir haben uns in der Innenstadt absetzen lassen, weil wir noch ein wenig shoppen wollten. Waren aber von dem Angebot hier eher enttäuscht und fanden die Innenstadt auch nicht wirklich sehenswert. Gute Fußgänger kommen in etwa einer halben Stunde zu Fuß von dort zurück zum Schiff, es fährt aber auch ein Shuttlebus für 4 GBP oder 5 €. Zahlen kann man in Gibraltar mit Euro, britischem oder Gibraltar-Pfund. Und es ist offiziell eine zweisprachige Region – englisch und spanisch. Aktuell streiten sich die Briten und die Spanier mal wieder darum, wem Gibraltar denn nun gehört.

Mein persönliches Girbraltar-Fazit:
War mal interessant, aber ich habe schon viele schönere KF-Landgänge erlebt. Sollte ich hier jemals wieder anlanden, wird ein Ausflug nach Spanien gebucht (AIDA hatte Ronda und Malaga im Angebot).

Den 2. Seetag haben wir wieder erholsam vergammelt.

In Agadir sind wir an Bord geblieben und haben das fast leere Schiff genossen. Wir konnten uns im Spa sogar einen Massagetermin frei auswählen, obwohl wir nichts im Voraus gebucht hatten. Für diejenigen, die an Land gegangen sind, gab es umfangreiche Hinweise, wie man sich verhalten soll (incl. für diejenigen, die ohne Ausflug unterwegs waren, dass sie vor Einbruch der Dunkelheit wieder an Bord sein sollen).
Zum Auslaufen war die Kasbah oberhalb der Stadt schön beleuchtet.

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Es gab sogar noch ein Feuerwerk über der Stadt, weil wir am Nationalfeiertag dort waren.
Auf Fuerteventura haben wir einen Ausflug in die ehemalige Inselhauptstadt Betancuria und zu den Piratenhöhlen von Ajuy gebucht. Heute ist Puerto del Rosario die Inselhauptstadt, dort ist auch der Hafen. Betancuria liegt im Inselinneren, das war damals Absicht (Schutz vor den Piraten, die vom Meer kamen). Heute ist es ein größeres Dorf mit Häusern im typischen Baustil, einer kleinen Kirche, einem Souvenirshop und einem Aloe Vera Laden. Da kann man ganz nett ein wenig bummeln.

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Die Piratenhöhlen von Ajuy befinden sich oberhalb des Ortes auf der Steilküste. Eine ziemlich wilde Kletterei ist nötig, um sie zu erreichen. Ich bin unten am Strand geblieben. Die Brandung ist hier ziemlich stark, das ist schön anzusehen. Der Strand besteht aus schwarzem Lava-Sand.

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Als Ostseeküstenbewohnerin bin ich jedesmal angetan davon, dass die Spanier das schaffen: Strand super sauber, kostenfrei für jedermann zugänglich und für einen Milchkaffee direkt an der Strandpromenade zahlt man 1,80 € (das ist schon der obere Rand der Preisskala). Da können wir uns eine gewaltige Scheibe von abschneiden…
Zum Sonnenuntergang waren wir zurück am Hafen.

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Gegen 10 Uhr am nächsten Morgen konnten wir das Einlaufen in Santa Cruz de La Palma genießen.

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Wir hatten hier einen Ausflug zu den Salinen von Fuencaliente und zum Vulkan San Antonio gebucht. Das ist mit einer sehr schönen Landschaftsfahrt verbunden – ich finde diese Landschaft immer wieder beeindruckend.

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Bei den Salinen hatten wir einen Fotostopp.

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Auf dem Kraterrand des im 17. Jahrhundert zuletzt ausgebrochenen Vulkans San Antonio kann man entlang spazieren und hat dabei tolle Ausblicke.

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In dem kleinen Infozentrum gibt es einen Erdbebensimulator und einen Film mit spannenden Luftaufnahmen. Der Ausflug endete mit der obligatorischen Weinprobe. Man kommt bei organisierten Ausflügen auf La Palma kaum um irgendwelche Verkostungen rum. Ich hätte auf die Weinprobe gerne verzichtet, aber es schadet ja auch nix (auch wenn der Wein überhaupt nicht geschmeckt hat).
Nach dem Ausflug waren wir noch in der Stadt, die vom Schiff aus in wenigen Minuten zu Fuß erreicht ist. Es gibt ein paar schöne Geschäfte hier, und man kann viele Häuser mit den typischen kanarischen Balkonen bewundern.

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Zurück kann man sehr schön an der Strandpromenade entlang laufen.
Abends hieß es dann leider Koffer packen und vor die Kabinentür stellen.

Gran Canaria empfing uns mit Regen, das habe ich noch nie erlebt. So fiel der Abschied leichter. Das neue Kreuzfahrtterminal ist übrigens fertig, und das Baustellenchaos hat ein Ende. An der Pier neben uns lag die neue Mein Schiff Relax. Was für ein Dickschiff! Wie gut, dass TUI Cruises auch noch ein anderes Schiff um die Kanaren schickt, denn die Relax ist mir viel zu groß.
Auf dem Flughafen von Gran Canaria herrschte auch deutlich weniger Chaos als in den Vorjahren. Bei Eurowings muss man jetzt nämlich vorher online einchecken. Wer das nicht tut, muss Gebühren bezahlen. (Natürlich gab es diese Info weder im Bordportal noch in den Reiseunterlagen noch in der Abreiseinfo – ihr kennt das ja schon aus meinen anderen Berichten mit den fehlenden Infos bei AIDA. Weil ich für den SMS Service registriert war, hatte ich aber eine SMS aus Rostock mit der Info.)
Die Rückreise verlief reibungslos, sogar die Bahn vom Flughafen Hamburg nach Hause war pünktlich (darüber waren wir schon fast erschrocken…)

Noch ein paar Worte zum Bordleben:
Wir haben immer ein Plätzchen an unseren Lieblingsorten gefunden, es hat sich nicht überfüllt angefühlt. Sogar draußen frühstücken konnten wir mehrfach. Rossini und Steakhaus haben wir nicht genutzt. Die inkludierten Restaurants fanden wir gut bis sehr gut. Wie bisher auch sind im Brauhaus und bei Best Burger @ Sea die Getränke aufpreispflichtig (wer ein Getränkepaket hat, für den sind sie aber incl.). Getränkepaket lohnt sich bei AIDA nicht, finde ich. Mir ist aufgefallen, dass der Verkaufsdruck bezüglich der Pakete hier deutlich geringer ist als im Frühjahr bei Celebrity. Ja, es wurde dafür geworben, aber doch eher dezent und nicht aufdringlich/aggressiv.
Für Wellnessoase/Sauna gibt es weiterhin Tagestickets, Tickets für 4-Stunden-Slots und das Flexticket, das inzwischen 7,50 € pro Stunde kostet.
Weil es eine Selection Reise war, war ein Lektor an Bord, dessen landeskundliche Vorträge wir gern angehört haben.
Im Theatrium gab es verschiedene Shows, die wir teilweise schon von der Adria-Reise kannten, aber gerne wieder angesehen haben. Die AIDA Stars waren auf der Reise von krankheitsbedingten Ausfällen gebeutelt. Es war wirklich Klasse, dass sie es immer geschafft haben, die Choreo umzustellen oder auch mal Shows auszutauschen, aber immer was auf die Bühne zu bringen. Es gab auch mal ein Wer wird Millionär Quiz im Theatrium.
In der AIDA Bar spielte abends oft eine Live Band. Auf dem Pooldeck war auch ordentlich was los: Alpenrummel, Hamburger Haifischbar mit Shantychor, und Lasershow, White Silent Night.

Fazit:
Wir haben die Woche in der Wärme sehr genossen und für den nasskalten norddeutschen November „aufgetankt“. Ich freue mich jetzt auf eine Runde um die Kanaren mit Mein Schiff im Januar.
Antje

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